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Publikationen

2022
  • Toplak, Matthias S., 2022, Resources in Death: Late Viking Age Burials in the Cemetery of Havor, Hablingbo sn, on Gotland, in: Fornvännen. Journal of Swedish Antiquarian Research 117, S. 81–106 (im Druck).
  • Gardeła, Leszek; Toplak, Matthias S., 2022, Transformative Objects: Rethinking Weapons in Viking Age Female Graves (in Vorbereitung).
  • Oehrl, Sigmund; Toplak, Matthias S., 2022, Gotländische Bildsteine in Kirchen. Ein Beitrag zur Spolienforschung und mittelalterlichen Mentalitätsgeschichte (im Druck).
  • Toplak, Matthias S., 2022, Horse Burials on Viking Age Gotland. Between Mounted Warriors and Totemic Animals, in: Gardeła, Leszek; Kajkowski, Kamil (Hrsg.), Animals and Animated Objects in Past Societies. III International Interdisciplinary Meetings "Motifs through the Ages", Turnhout: Brepols (im Druck).
    Abstract

    The society of Viking Age Gotland differed in many aspects from contemporary mainland Scandinavia and must be regarded as cultural area on its own, with a distinct identity, traditions and burial rites. While ship burials appear in every region of the Viking world, they are entirely missing on Gotland. A less striking but equally noticeable aspect of the burial traditions on Gotland is the very low number of equestrian burials in contrast to e. g. Birka or especially Iceland. In less than one dozen graves the deceased – men, women and children of both sex – were buried with a horse and in a slightly larger number of burials single parts of equestrian gear as bridles were deposited. Based on a growing understanding of the symbolism of horses in the funerary ceremony in Viking Age Scandinavia, the investigation of equestrian burials on Gotland will contribute to the understanding of a distinct Gotlandic identity.

  • Toplak, Matthias S., 2022, Ritual Killings as Resource Complex in the Viking Age Funeral Ceremony, in: Sørensen, Lasse; Walsh, Matthew J.; O'Neill, Sean (Hrsg.), The State of Human Sacrifice Research – A Global Perspective from Northern Europe, London/New York: Routledge (im Druck).
    Abstract

    In the traditional archaeology of Viking Age Scandinavia additional human individuals in graves are often interpreted and labelled as sacrifices that were killed merely as grave goods or to follow the deceased as servants or companions into the afterlife. This simplistic interpretation is narrowing down the frame of potential meanings to monocausal explanations. Furthermore, it is focussing rather on the result – an additional dead individual in the grave – than on the actions that must have happened during the funeral ceremony – the violent killing of a human individual. The new definition of ‘resources’ and the concept of ‘resource complexes’ developed by the Collaborative Research Centre (SFB) 1070 provide a new analytical tool for a holistic examination of the multidimensional network of interdependencies and overlapping of symbolic meanings and intentions in the ritualistic killing of humans and animals in funeral ceremonies.

  • Toplak, Matthias S., 2022, Zwischen lokalen Traditionen und kultureller Integration. Kontinuität und Wandel in den spätwikingerzeitlichen Bestattungen auf dem Gräberfeld von Havor, Hablingbo sn, auf Gotland. RessourcenKulturen 23, Tübingen: Tübingen University Press (im Druck).
    Abstract

    Zentrale Fragestellung der vorliegenden Arbeit ist die Art und Weise, wie in den spätwikingerzeitlichen Bestattungen auf dem gotländischen Gräberfeld von Havor die Erinnerungen an und Vorstellungen von Vergangenheit auf der einen und kulturelle Veränderungen auf der anderen Seite zur Konstruktion von spezifischen Identitäten und damit auch zur Legitimierung von Besitz- und Herrschaftsansprüchen instrumentalisiert wurden. Dieses Vorgehen, besonders durch den Aufgriff älterer Bestattungstraditionen und die Nachnutzung älterer Grabanlagen, erlaubt Rückschlüsse auf die Wahrnehmung einer mythischen Vergangenheit in der Wikingerzeit und auf die diskursive Ebene von Erinnerungen und Traditionen als soziale und identitätsstiftende Konstrukte, die keinesfalls als statisch und konservativ, sondern im Rahmen einer invention of tradition, als dynamisch, wandelbar und aktiv manipulierbar begriffen werden müssen. Ein besonderer Fokus liegt dabei neben der Auswertung der spätwikingerzeitlichen Bestattungen auf der chronologischen Entwicklung des Gräberfeldes und dem dazugehörigen Komplex mit Ringwall und Siedlungen in der vorwikingerzeitlichen Eisenzeit. Die lokalen Traditionen und die Vergangenheit, die sich in den Gräbern und sicherlich auch in dem Ringwall und den älteren Siedlungsresten manifestierte, war offensichtlich für die wikingerzeitlichen Hofgemeinschaften von Havor von großer Bedeutung für die kollektive Identität. Theoretischer Ausgangspunkt für diese Analyse ist neben einer Reihe anderer wichtiger theoretischer Konzepte zur Interpretation von Bestattungen als Medien des öffentlichen Diskurses besonders die Neukonzeptionalisierung des Ressourcenbegriffes durch den SFB 1070, der als analytisches Werkzeug eine holistische Perspektive auf das multidimensionale Netzwerk von Perzeption und Inwertsetzung materieller wie immaterieller Aspekte ermöglicht. Die Auswertung des Gräberfeldes von Havor findet damit zum einen mit einem praktischen sowie einem theoretischen Zugang statt, mit der archäologische Auswertung des Fundmateriales und der theoriebasierten Diskussion über die daraus abstrahierbaren Aussagemöglichkeiten. Zum anderen arbeitet die Auswertung auf drei Ebenen: Auf der Mikroebene der einzelnen Bestattungen, auf der Mesoebene des Komplexes von Havor mit Gräberfeld, Ringwall und Siedlungen sowie auf der Makroebene mit der gesamt-gotländischen Perspektive.

2021
2020

2019

  • Toplak, Matthias S., 2019, Körpermodifikationen als Embodiment von sozialer Identität und als sozio-kulturelle Ressource – Das Fallbeispiel der artifiziellen Schädeldeformationen in der skandinavischen Wikingerzeit; mit einem Beitrag zur Kraniometrie von V. Palmowski, in: Germania. Anzeiger der Römisch-Germanischen Kommission des Deutschen Archäologischen Instituts, Vol. 97, S. 93–129.
    Abstract

    Artifizielle Schädeldeformationen als Embodiment einer bestimmten sozialen Identität sind in Europa traditionell mit dem Vordringen der Hunnen in der Völkerwanderungszeit assoziiert. Die Reevaluation von drei artifiziell deformierten Frauenschädel aus der späten Wikingerzeit von der schwedischen Insel Gotland sowie eine Reihe von parallelen Befunden aus Ost- und Südosteuropa weisen jedoch auf ein weitaus längeres Fortbestehen dieser Praktiken bis in das 11. Jahrhundert hin. Diese Befunde revidieren die bisherige Forschungsmeinung, dass die Praktik der Schädeldeformationen in Europa mit dem Ende der hunnischen Vormacht gegen Ende der Völkerwanderungszeit aufgegeben wird. Sie weisen darüber hinaus auf intensive Kontakte von Ostskandinavien in den (süd)osteuropäischen Raum sowie auf individuelle Mobilität von Frauen aus diesen Regionen bis nach Gotland hin und erweitern das bisherige Wissen über interkulturelle Kontakte in der skandinavischen Wikingerzeit. Darüber hinaus geben sie einen intensiven Eindruck in das ‚Embodiment‘, die Verkörperung von sozialer Identität zur Präsentation einer spezifischen ethnisch, kulturell, regional oder über Sozialstatus/-funktion definierten Gruppenzugehörigkeit anhand der Körpermodifikation der Schädeldeformierungen. Zum einen fungierte dieses Embodiment in der Heimat der Frauen als eine Ressource für die Frauen selber sowie für ihre Familien. Unabhängig von der nicht mehr konkret nachvollziehbaren Intention für die Deformierung der Köpfe (Schönheitsideal, Zugehörigkeit zu einer sozialen Elite oder einer spezifischen Sozialgruppe) sollte durch dieses Embodiment das Ansehen der Frauen gesteigert werden. In ihrer neuen Heimat Gotland, in welche sie möglicherweise im Rahmen von Exogamie gelangten, funktionierte dieses Embodiment jedoch nicht mehr, da die konkrete soziale Identität, die über die deformierten Köpfe präsentiert werden sollte, vermutlich nicht erkannt oder verstanden wurde. Gleichzeitig scheint jedoch eine Verschiebung der Ressourcennutzung eingetreten zu sein. Die Frauen wurden nach ihrem Tod als Mitglieder der gotländischen Gemeinschaft bestattet, in einem Fall sogar mit einer übertriebenen Tracht, so als sollte diese Frau trotz ihrer fremden Herkunft als besonders integriert dargestellt werden. In der auf Handel und weitreichende Kontakte ausgerichteten Gesellschaft der gotländischen Wikingerzeit scheint sich die Bedeutung des Embodiments ‚Zugehörigkeit zu einer spezifischen sozialen Gruppe‘ hin zu einem Embodiment von ‚Andersartigkeit‘ verschoben zu haben. Die Lokalgemeinschaft nutzte das andersartige, fremde Aussehen der Frauen durch ihre Integration (oder Assimilation) – nicht zuletzt im Bestattungskontext – als Beleg für ihre interkulturellen Kontakte und damit als Ressource.

  • Toplak, Matthias S., 2019, The Warrior and the Cat. A Re-Evaluation of the Roles of Domestic Cats in Viking Age Scandinavia, in: Current Swedish Archaeology 27, S. 213–245.
    Abstract

    In contrast to many other domesticated animals as dog, horse, cattle or sheep/goat, the role of the cat in Viking Age society is less investigated and mostly dominated by the uncritical adoption of medieval mythological transmissions. Based on later literary sources as Snorri Sturluson’s famous Edda, the domestic cat in Viking Age Scandinavia is often linked to the goddess Freya and a cultic or magical sphere of female sorcery. Examples are the appearance of the völva Þorbjǫrg with cat skin gloves in Eiríks saga rauða or the interpretation of the Oseberg ship as the burial of a Freya priestess surrounded by the images of cats carved into the wooden furniture. Yet the archaeological context indicates a different and much more ambivalent situation. Bones from cats in the Viking Age trading center of Haithabu and its successor Schleswig as well as from some other settlements in Northern Europe show clear cut marks from Skinning and especially white cat fur seems to have been of high value in Viking Age and Early Medieval Times. However, cut marks are missing at the bones in Viking Age Birka and the occurrence of cat bones in a row of burials – among those the burial of a man with weapons - points to rather to the function as prestigious pet. Based on the archaeological evidence, the traditional interpretation of the cat as cultic companion to völur or sorceresses and the impetus of Old Norse mythology onto the general perception of the Viking Age must be critically reconsidered.

  • Toplak, Matthias S., 2019, Neubetrachtung der Ergebnisse der Strontiumisotopenanalysen an dem bronzezeitlichen 'Mädchen von Egtved', in: Archäologie in Deutschland 05/19, S. 73.
  • Toplak, Matthias S., 2019, Richtigstellung und Neubetrachtung des sog. 'Kriegerinnen-Grabes' Bj 581 von Birka, in: Archäologie in Deutschland 04/19, S. 74.
  • Staecker, Jörn & Toplak, Matthias S. (Hrsg.), 2019, Die Wikinger. Entdecker und Eroberer, Berlin: Ullstein Buchverlage/Propyläen Verlag; darin verfasste Kapitel:
    • zusammen mit Jörn Staecker: "Einleitung – Faszination Wikingerzeit", S. 13–17.
    • "Wikinger!", S. 19–26.
    • zusammen mit Jörn Staecker: "Neue Forschung gegen alte Quellen", S. 26–36.
    • "Brennende Schiffe und blutige Zeremonien. Die Bestattungssitten", S. 45–60.
    • "Doppelaxt und Seidengewänder. Die materielle Kultur", S. 60–72.
    • zusammen mit Leszek Gardeła: "Walküren und Schildmaiden. Weibliche Krieger?", S. 137–151.
    • zusammen mit Christoph Kilger: "Ein dichtes Netz. Händler und Fernhandelsnetzwerke", S. 197–207.
    • "Die Gründer Russlands? Die Kiewer Rus", S. 252–262.
    • "Il-la-lah. Die Wikinger und der Islam", S. 286–295.
    • zusammen mit Rudolf Simek und Tobias Schade: "Heilige Haine und Kulthäuser. Kult- und Glaubensvorstellungen", S. 303–320.
    • zusammen mit Rudolf Simek und Tobias Schade: "Pragmatismus und Mission. Die Wikinger und das Christentum", S. 320–339.
    • zusammen mit Nina Nordström: "Epilog: Retrotopia. Die Wikingerzeit als Sehnsuchtsort", S. 395–399.
  • Toplak, Matthias S., 2019, Samtpfote und Krieger, in: Archäologie in Deutschland 02/19, S. 46–49.

2018

  • Toplak, Matthias S., Widmaier, Jörg; Marstaller, Tilman, 2018, Nachruf auf Prof. Dr. Jörn Staecker, in: Blickpunkt Archäologie 4/2018, S. 318–319.
  • Toplak, Matthias S., 2018, The Dead as Resource – The Utilization of Death and Burial for the Construction of Social Identity and Legitimacy in Viking Age Scandinavia, in: Quaestiones Medii Aevi Novae, Vol. 23, S. 67–93.
    Abstract

    Apart from the aspect of the technical removal of a dead body, a burial is mainly a public ritual within the local community which fulfills several religious and cultic but also social and political functions. As with other public feasts like weddings, the highly dynamic burial ceremony allows a negotiation or manipulation of the social reality through the provision of grave goods, the outer form of the grave or the position of the dead body itself. Thus, death and burial can serve as immaterial resources for the bereaved to reconstruct, legitimize or secure their social position or political claim. These aspects are analyzed by the Collaborative Research Center 'SFB 1070 ResourceCultures B06 – Humans and Resources in the Migration Period and the Early Middle Ages. Anthropological und Bioarchaeological Analyses of the Use of Food Resources and the Detection of Migrations'.

  • Toplak, Matthias S., 2018, Rezension: Martin Jezek, Archaeology of Touchstones: An introduction based on finds from Birka, Sweden, in: Journal of Northern Studies 2/2018, S. 120–124.
  • Toplak, Matthias S., 2018, Tattoos, Turmschädel und gefeilte Zähne, in: Archäologie in Deutschland 06/18, S. 40–43.
  • Toplak, Matthias S., 2018, Zwischen Nordatlantik und Schwarzem Meer – Die skandinavische Wikingerzeit und die Kiewer Rus, in: Bormpoudaki, Maria; van den Doel, Marieke; Hupperetz, Wim; Kalafati Kalliopi-Phaidra; Morehouse, Lindsay; Mulvin, Lynda; Schmauder, Michael (Hrsg.), Europa in Bewegung. Lebenswelten im frühen Mittelalter. Katalog zur Ausstellung, Stuttgart: wbg Theiss, S. 86–93.
  • Toplak, Matthias S., 2018, Ahmad ibn Fadlans 'Risala' – Reisebericht eines arabischen Diplomaten, in: Bormpoudaki, Maria; van den Doel, Marieke; Hupperetz, Wim; Kalafati Kalliopi-Phaidra; Morehouse, Lindsay; Mulvin, Lynda; Schmauder, Michael (Hrsg.), Europa in Bewegung. Lebenswelten im frühen Mittelalter. Katalog zur Ausstellung, Stuttgart: wbg Theiss, S. 94–95.
  • Staecker, Jörn; Toplak, Matthias S.; Schade, Tobias, 2018, Multimodalität in der Archäologie – Überlegungen zum Einbezug von Kommunikationstheorien in die Archäologie anhand von drei Fallbeispielen, in: IMAGE 28, 07/2018, S. 61–106.
    Abstract

    Die multimodale Wahrnehmung der Umgebung ist das prägende Element des holistischen Erlebens der Lebensrealität eines jeden Menschen. Die Archäologie steht vor dem Problem, diesen zentralen Aspekt menschlicher Existenz zumeist nur in Ausschnitten fassen zu können, so dass häufig von archäologischen Funden und Befunden ausgehend nur eine faktenbasierte Perspektive geschaffen wird. Die enorme emotionalisierte Multidimensionalität einer Wahrnehmung vergangener Lebenswelten wird häufig ausgeblendet bzw. nicht in die archäologische Interpretation mit einbezogen. In diesem Artikel sollen daher zum einen die Begrenzungen einer Multimodalitäts-Perspektive innerhalb der Archäologie des Mittelalters als auch deren Potenzial aufgezeigt werden, so ergeben sich bei genauerer Betrachtung eine Reihe von Anknüpfungspunkten. Anhand von drei Fallstudien – dem Dualismus zwischen Grab und Bestattungszeremonie, der multimodalen Aussagemöglichkeit von gotländischen Grabmonumenten und dem Symbol 'Schiff' als Kommunikationsmittel und -medium – wird das Problem der Multimodalität in der Archäologie diskutiert und die Bedeutung des Aspektes 'Wahrnehmung' deutlicher in den Fokus gestellt. So ermöglicht die Multimodalitäts-Perspektive einen neuen bzw. anderen Blick auf Gräber und Grabrituale, der verschiedenste Faktoren der Wahrnehmung mit einbezieht und damit weit über die bisherigen datenbasierten Analysen hinausgehen kann. Bei den Grabmonumenten zeigt sich eine komplexe Verflechtung der Faktoren Betrachtung, Wahrnehmung, Kenntnisstand, Aufstellungsort und nur noch rekonstruierbaren multimodalen Faktoren. Das frühmittelalterliche Schiff als Symbol macht deutlich, dass materielle Kultur einerseits ein Kommunikationspotenzial in historischer Zeit als auch in der Moderne aufzeigen kann, entscheidend sind hier die Betrachtungswinkel und die damit verbundenen multimodalen Faktoren.

  • Toplak, Matthias S., 2018, Deconstructing the Deviant Burials: Kopparsvik and the Rite of Prone Burials in Viking Age Scandinavia, in: META. Historiskarkeologisk tidskrift 2018, S. 79–109.
    Abstract

    The cross-cultural phenomenon of prone burials, which can be found on several cemeteries in Viking Age Scandinavia, is often regarded as a sign for so-called 'deviant burials', indicating a pejorative and post-mortem humiliation, an exclusion of the dead, or an apotropaic rite to avert supernatural threats, based on some famous but single cases of decapitations in prone burials from Viking Age Scandinavia. The case study of the late Viking Age cemetery of Kopparsvik on the Island of Gotland, Sweden, offers a rather different perspective. Due to their disproportionately high number and the often carefully arranged interment of the deceased, the prone burials at Kopparsvik should not to be regarded as 'deviant', but as a variation of the norm which in most cases seems to indicate a purposefully intended burial-rite with a presumably religious significance and conferring a special identity. According to archaeological as well as historical sources, a burial in prone position seems to indicate a special gesture of humility towards God. Based on these results, it seems necessary to reconsider the traditional interpretation of prone burials in Christian societies as well as our general understanding and utilization of the concept of 'deviant burials'.

  • Toplak, Matthias S., 2018, War Wikinger-Krieger eine Frau?, in: Archäologie in Deutschland 01/2018, S. 60–63.

2017

2016

  • Toplak, Matthias S., 2016, Dem Rätsel von Kopparsvik auf der Spur, in: Archäologie in Deutschland 05/2016, S. 58–59.
  • Toplak, Matthias S., 2016, Das wikingerzeitliche Gräberfeld von Kopparsvik. Studien zu neuen Konzepten sozialer Identitäten am Übergang zum christlichen Mittelalter. Dissertation Universität Tübingen, Tübingen.
    Abstract

    Das Dissertationsprojekt untersucht das spätwikingerzeitliche Gräberfeld von Kopparsvik an der Westküste Gotlands, seine Relation zum nahegelegenen Visby, und die beiden für Kopparsvik typischen und in der dortigen Ausprägung einzigartigen Phänomene von Bestattungen in Bauchlage und Zahnfeilungen. Etwa 50 Individuen wurden in Bauchlage bestattet, der Großteil davon unterscheidet sich deutlich von den in der Literatur angeführten Bauchbestattungen, die als ‚deviant burials‘, als postmortale Ausgrenzung, oder als apotropäischer Ritus zur Bannung von übernatürlichen Gefahren interpretiert werden. Aufgrund der hohen Anzahl dieser Bestattungen und der oftmals offensichtlich sorgfältigen Niederlegung der Toten muss nach Auswertung von historischen Quellen und archäologischen Vergleichsfunden für die meisten der Bestattungen in Bauchlage in Kopparsvik eine abweichende Deutung vorgeschlagen werden. Eine ähnlich große Gruppe – ausschließlich Männer und einige in Bauchlage bestattet – weist auf den Schneidezähnen vermutlich als Identitätsmerkmal dienende horizontale Feilungen auf. Diese Feilungen sind ein vergleichsweise neues Phänomen in der wikingerzeitlichen Archäologie und bisher kaum untersucht. Eine Interpretation als Markierung von Sklaven oder als Kennzeichen einer kriegerischen Elite, wie aktuell besonders im populärwissenschaftlichen Diskurs üblich, muss ausgehend von dem Material von Kopparsvik ausgeschlossen werden.

2015

2011

  • Toplak, Matthias S., 2011, Kleidung und Tracht in der altnordischen Sagaliteratur und im archäologischen Fundkontext. Magisterarbeit Universität Köln, Marburg.
    Abstract

    'Vera skrautmenni it mesta', ein prachtliebender Mann zu sein, gilt in der altnordischen Sagaliteratur als durchaus positive Eigenschaft, denn prächtige und modische Kleidung spielte auch im skandinavischen Frühmittelalter der Wikingerzeit eine große Rolle im täglichen sozialen Leben. Und so wird in den isländischen Sagas zum Teil sehr genau die Kleidung und Tracht der Protagonisten beschrieben, wenn diese als hochrangige oder mächtige Männer dargestellt werden. Dabei sind bei vielen Beschreibungen trotz der großen zeitlichen Differenz zwischen dem Entstehungszeitraum der Sagas im 13. und 14. Jh. und der geschilderten Handlung – gegen Ende der Wikingerzeit um die Jahrtausendwende – Trachtelemente zu erkennen, die eindeutige Übereinstimmungen mit der wikingerzeitlichen Tracht des Frühmittelalters aufweisen. So erscheint es aufschlussreich, die in der Sagaliteratur geschilderte Kleidung nicht generell als anachronistisch – sei es hochmittelalterlich beeinflusst oder schlicht phantastisch – zu übergehen, sondern jedes einzelne Element detailliert zu untersuchen und mit dem reichhaltigen archäologischen Fundmaterial zu vergleichen. Dadurch entsteht ein differenziertes Bild von der historischen Zuverlässigkeit der altnordischen Literatur und eine anschauliche Darstellung der Tracht der Sagazeit.