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Für das österreichische Magazin 'DerStandard' bin ich gebeten worden, mir einmal ein paar Folgen des neuen 'Vikings'-Spin off 'Vikings: Valhalla' bei Netflix anzuschauen. Daraus ist ein Podcast geworden, den man sich >hier< in voller Länge anhören kann. Eine etwas gekürzte Version ist als schriftliches Interview >hier< sowie in der aktuellen Ausgabe von 'DerStandard' nachlesbar.

In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift GEO findet sich eine lange Titelgeschichte zur gesellschaftlichen Stellung der Frauen in der Wikingerzeit, die ich als Fachberater und gemeinsam mit einer Reihe nahmhafter Kollegen auch als Interviewparter begleiten durfte. In der Reportage werden, eingerahmt von der Geschichte der historischen Protagonisten Guðríðr Þorbjarnardóttir, verschiedene Bereiche intensiv und auch kontrovers diskutiert, wie bspw. die Rolle von Frauen in der Textilproduktion, in Kampf und Krieg oder in Magie und Religion.

Bereits seit mehr als 50 Jahren ist das berühmte, mutmaßliche Frauengrab von Suontaka Vesitorninmäki aus der südfinnischen Gemeinde Hattula bekannt. Bei Grabungsarbeiten war ein Schwert mit einem ungewöhnlichen, komplett aus Bronze gegossenen Griff gefunden worden. Die Entdeckung des Schwertes führte zu weiteren Untersuchungen, bei denen eines der spannendsten Gräber der späten finnischen Wikingerzeit freigelegt wurde.

Grabungszeichnung der Bestattung von Suontaka (links) und künstlerische Rekonstruktion der Bestattung.
© Grabzeichnung: Finnish Heritage Agency/Rekonstruktion: Veronika Paschenko

In dem Grab war ein Individuum in typisch weiblicher Tracht beigesetzt worden, mit Schmuckbeigaben, einer Sichelklinge, die auf dem Brustkorb des Leichnams lag, sowie einer Schwertklinge ohne Griff an oder auf der linken Körperseite. Das zu Beginn der Grabungsarbeiten aufgefundene Schwert mit dem Bronzegriff gehörte jedoch – anders als lange Zeit vermutet – nicht zu den ursprünglichen Grabbeigaben, sondern wurde erst später in dem Grab deponiert.

Funde aus dem Grab von Suontaka.
© Finnish Heritage Agency

Ausgehend von diesen Befunden wurde das Grab von Suontaka lange als Paradebeispiel für die Bestattung einer angesehenen und vermutlich auch politisch einflussreichen Frau gedeutet, die zum Zeichen ihrer Macht mit zwei Schwertern beigesetzt wurde. In der gegenwärtigen Diskussion um Geschlechterrollen und mögliche weibliche Krieger in der skandinavischen Wikingerzeit wurde das Grab von Suontaka daher immer als wichtiges Argument für die Beteiligung von Frauen an Kampf und Krieg angeführt, zumal aus der finnischen Wikingerzeit eine Reihe von Frauengräbern mit einzelnen Waffen wie Äxten oder Speeren bekannt sind.

Die neuen DNA-Untersuchungen aber zeigen ein weitaus komplexeres und viel spannenderes Bild auf.

Die DNA des in dem Grab bestatteten Individuums zeigte Hinweise auf das sogenannte Klinefelter-Reifenstein-Albright-Syndrom. Bei dieser angeborenen Chromosomenanomalien weisen Männer zusätzlich zu einem X- und einem Y-Chromosom ein weiteres X-Chromosom auf (Karyotyp XXY). Diese Anomalie führt zu einer unterschiedlich starken Hodenunterfunktion und damit zu einem geringeren Testosteron-Spiegel, der sich in mehr oder weniger stark ausgeprägten Symptomen äußeren kann, wie z. B. einer verringerten oder fehlenden Spermienfunktion, spärlichem Bartwuchs, verminderter Muskelmasse oder Brustwachstum (Gynäkomastie). Abhängig von der Ausprägung der Symptome kann die Chromosomenanomalien unbemerkt bleiben. Es ist aber durchaus denkbar, dass das in dem Grab von Suontaka bestattete, biologisch männliche Individuum aufgrund dieser Chromosomenanomalien von der Gesellschaft nicht als Mann, sondern – darauf deutet die Frauenkleidung hin – als nicht-binär wahrgenommen wurde, als Mensch zwischen beiden Geschlechtern. Die reichen Beigaben belegen jedoch eindrucksvoll, dass das Individuum – wie auch immer das soziale Geschlecht (das gender) gewesen sein mag – durchaus respektiert und angesehen gewesen sein muss.

Die DNA-Analysen des Grabes von Suontaka werfen ein völlig neues Licht auf die derzeit heiß umstrittene Frage nach sozialen Geschlechtsidentitäten in der Vor- und Frühgeschichte (und in der Wikingerzeit im Speziellen). Sie geben Anlass zu der Vermutung, dass in der skandinavischen Wikingerzeit unter bestimmten Umständen auch mehr als nur zwei soziale Geschlechter existieren konnten.

Mehr dazu findet Ihr auch >hier<.

Anlässlich des heutigen internationalen Frauentages möchte ich gerne zwei große Pionierinnen unseres Faches vorstellen, welche die Archäologie maßgeblich geprägt haben.

Johanna Mestorf, die erste Professorin Preußens

Beginnen möchte ich mit Johanna Mestorf (geb. 17.04.1828 in Bramstedt, Schleswig-Holstein, gest. 20.07.1909 in Kiel), einer der ersten Frauen in der prähistorischen Archäologie und der ersten Frau in Deutschland, die den Titel ‚Professor‘ verliehen bekam.

Johanna Mestorf, Foto von 1909.
© Gemeinfrei

Johanna Mestorf begann bereits früh damit, sich neben ihrer eigentlichen beruflichen Tätigkeit umfassende archäologische Fachkenntnisse anzulesen und übersetzte wichtige skandinavische Publikationen zur Archäologie ins Deutsche. Neben den klassischen Bildungssprachen wie Französisch und Italienisch sprach sie in Folge eines längeren Aufenthaltes in Schweden auch Dänisch, Norwegisch und Schwedisch. Darüber hinaus verfasste sie eine große Menge an Aufsätzen zu verschiedenen archäologischen Themen.

Ab 1868 arbeitete sie, zuerst ehrenamtlich, dann ab 1873 als Kustodin und schließlich ab 1891 als Direktorin am Kieler Museum vaterländischer Alterthümer, dem Vorgänger der heutigen Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf‘ und des Instituts für Ur- und Frühgeschichte der Kieler Universität. In Folge ihrer wegweisenden Arbeit für die prähistorische Archäologie wurde ihr 1899 von Kaiser Wilhelm II. der Titel als Professor verliehen – eine kaum hoch genug einzuschätzende Würdigung ihrer Leistungen: Frauen durften zu dieser Zeit eigentlich noch gar nicht studieren und erst zwanzig Jahre später das Recht erhielten, zu habilitieren.

Mehr zu Johanna Mestorf gibt es hier:

Dagmar Unverhau: Ein anderes Frauenleben. Johanna Mestorf (1828–1909) und "ihr" Museum vaterländischer Altertümer bei der Universität Kiel. 3 Bände. Kiel: Wachholtz 2015.

Julia K. Koch & Eva-Maria Mertens (Hrsg.): Eine Dame zwischen 500 Herren. Johanna Mestorf – Werk und Wirkung (= Frauen – Forschung – Archäologie Band 4). Münster: Waxmann 2002.

Greta Arwidsson – 'Forngreta' und die Grundlagen der modernen wikingerzeitlichen Archäologie

Die zweite große Pionierin der Archäologie war die Schwedin Greta Arwidsson (geb. 05.07.1906 in Uppsala, gest. 31.01.1998 in Stockholm), deren Forschung für die wikingerzeitliche Archäologie von unermesslichem Wert ist.

Greta Arwidsson (rechts) und Holger Arbman 1943 bei der Ausgrabung der Garnison von Birka.
© ATA/RAÄ

Greta Arwidsson wuchs in einer wissenschaftlich interessierten Familie auf, beide Eltern waren für das Nordiska Museet, das kulturgeschichtliche Museum in Stockholm, tätig. Sie begann 1924 ein Studium an der renommierten Universität in Uppsala und belegte dabei auch Kurse in ‚Nordischer Archäologie‘ bei Prof. Sune Lindqvist. Unter dessen Leitung nahm sie an der Ausgrabung der Bootsgräber von Valsgärde teil, über die sie 1942 promovierte. Nach ihrem Studium arbeitete sie erst am Gustavianum, der Sammlung der Universität Uppsala, am Statens Historiska Museum in Stockholm sowie als Dozentin an der Universität Uppsala.

Nach dem Krieg wurde sie landsantikvarie (etwa leitender Bodendenkmalpfleger) auf Gotland – als erste Frau, die in Schweden eine Stelle als landsantikvarie erhielt – und Leiterin des Museums Gotlands Fornsal, ein Karriereschritt, der ihren Ruf nachhaltig prägte. In ihren zehn Jahre auf Gotland setzte sie sich, zumeist unterwegs auf einem Fahrrad, so unermüdlich für die lokale Archäologie ein, dass sie von den Einheimischen nur Forngreta (‚Altertums-Greta‘) genannt wurde (und ich durfte selbst bereits mehrfach mit der hervorragenden Dokumentation aus ihrer Hand arbeiten). 1956 wurde sie – als erste Frau in Schweden – in Nachfolge von Mats P. Malmer zur Professorin für ‚Nordische und vergleichende Archäologie‘ an der Universität Stockholm ernannt.

Greta Arwidsson ist untrennbar mit der schwedischen Archäologie verbunden. Ihre Publikationen zu den Ausgrabungen in Valsgärde und Birka bilden das Rückgrat der Erforschung der Wikingerzeit und sie hat mit der Einrichtung des Osteologiska forskningslaboratoriet (dem anthropologischen Forschungslabor) und des Arkeologiska forskningslaboratoriet (dem archäologischen Forschungslabor) das archäologische Institut der Universität Stockholm bis heute maßgeblich geprägt.

Zu Greta Arwisson gibt es eine neue Biographie, geschrieben von ihrer langjährigen Freundin, der Archäologin Prof. Birgit Arrhenius:

Birgit Arrhenius: Forngreta. en biografi om Greta Arwidsson, den första kvinnan som blev landsantikvarie och professor i arkeologi. Stockholm: Bokförlaget Langenskiöld 2019.

Heute mache ich einmal etwas Werbung: In naher Zukunft erscheint das neueste Werk meines Kollegen und guten Freundes Leszek Gardeła. In einer umfangreichen Monographie analysiert er – als Ergebnis seiner langjährigen und interdisziplinären Studien – die möglichen Verknüpfungen von Frauen mit Kampf und Krieg in der Wikingerzeit. Wie häufig treten tatsächlich Waffen in wikingerzeitlichen Frauengräbern auf, welche Rückschlüsse lassen sich daraus auf die Rolle der Frau in der Wikingerzeit ziehen und welche Informationen lassen sich aus Mythologie und altnordischer Sagaliteratur gewinnen?

Ich hatte die Ehre und das Vergnügen, das gesamte Manuskript im Endstehungsprozess lesen und mit Leszek diskutieren zu dürfen und freue mich daher, verkünden zu können, dass es sich dabei um die bislang sicherlich umfangreichste und am besten recherchierte Abhandlung zu diesem komplexen Thema handelt.

Das Buch wird ab Juli bei Oxbow bestellbar sein.

Unter Artikel findet sich nun ein Text zu Waffen und Kriegssymbolik in der wikingerzeitlichen Frauentracht, den mein guter Freund und Kollege Leszek Gardeła und ich vor einiger Zeit für die 'Archäologie in Deutschland' geschrieben hatten.

Am 14.10.2020 kam zwischen 20:10–20:30 Uhr im Deutschlandfunk ein Feature zu Religion und Gesellschaft mit dem Titel "Zwischen Odin, Thor und Maria. Die Frauen der Wikinger" ausgestrahlt, in dem ich zur Rolle der Frau in der Wikingerzeit interviewt wurde.

Da auch WeltOnline heute einen Beitrag gebracht hat, in dem meine Forschung als vorgeblicher Beleg für die Existenz weiblicher Krieger und Heerführer in der Wikingerzeit angeführt wird, sehe ich mich gezwungen, dazu nochmals eine Klarstellung zu schreiben.

Die aktuellen archäologischen Forschungen geben keinen Anhaltspunkt für die tatsächliche Lebensrealität der etwa ein Dutzend derzeit bekannten mit Waffen bestatteten Frauen aus der skandinavischen Wikingerzeit!

Die einzige wissenschaftlich haltbare Aussage, die wir derzeit beim aktuellen Forschungsstand treffen können, ist, dass tatsächlich in seltenen Fällen und unter bislang noch unklaren Umständen Frauen auch mit einzelnen Waffen, Schmuckanhängern in Waffenform oder - in den beiden Gräbern aus Birka und Nordre Kjølen - auch mit einer vollen Bewaffnung bestattet wurden.

Warum dies geschah, wissen wir jedoch nicht und alle Erklärungsversuche, die derzeit kursieren, sind nichts als reine Spekulation!

Ich persönlich halte es für möglich, dass zumindest die Frau aus dem Grab Bj 581 von Birka zu Lebzeiten eine wichtige politische Rolle gespielt hat, die durch die Waffen verdeutlicht werden sollte (mehr dazu hier und hier). Diese Rolle hat sie aber - zumindest nach Aussage der Grabbeigaben - nicht als soziale Frau innegehabt, sondern als sozialer Mann, da sie in Männerkleidung beigesetzt wurde. Sie ist also ein möglicher Beleg dafür, dass in Einzelfällen biologische Frauen in der Wikingerzeit als soziale Männer agieren konnten. Das ist ein Punkt, der zumindest in der populären Diskussion gerne übersehen wird (dazu mehr hier).

Was ich jedoch vehement zurückweisen möchte, ist die oftmals geäußerte Deutung, dass die beiden Gräber von Birka und Nordre Kjølen der Beleg für eine aktive Beteiligung von Frauen am Kampf wären!

Die Tatsache, dass es in vielen Zeiten und Kulturen tatsächlich weibliche Krieger gab (bspw. bei den Skythen), darf nicht als unreflektierte Blaupause auf andere Epochen wie eben die Wikingerzeit bezogen werden. Sowohl die Bewaffnung wie auch die daraus resultierende Kampftechnik unterscheiden sich oftmals drastisch. Waffen, die weniger körperliche Kraft als vielmehr Technik und Erfahrung benötigen, so z.B. Fernkampfwaffen wie Bögen oder Gewehre aber auch 'klassische' Fechtwaffen, gleichen körperliche Unterschiede aus und erlauben es auch körperlich schwächeren Personen (vollkommen egal ob schmächtigen Männern oder fragilen Frauen) effektiv und tödlich zu kämpfen.

Der Kampfstil der Wikingerzeit ist enorm physisch, geprägt durch den Einsatz von großen Rundschilden, schweren Breitschwertern und Äxten. Technik ist zweifelsohne wichtig (wie in jeder Art von körperlichen Auseinandersetzungen), aber im Gegensatz zu anderen Kampfformen wie bspw. dem modernen Fechten sind Kampferfahrung, Entschlossenheit/Mut und besonders körperliche Stärke die domierenden Aspekte, die über Sieg und Niederlage entscheiden. Sicherlich gibt und gab es schon immer Frauen, die Männern auch körperlich ebenbürtig waren (da kann ich als Kampfsportler und Reenactment-Fechter ein Lied von singen...), aber tendenziell sind Frauen in allen Zeiten Männern körperlich deutlich unterlegen. Das lässt sich bspw. für die Wikingerzeit deutlich an den Skeletten nachweisen. Besonders markant ist dies im Falle von einem der beiden oftmals angeführten Gräber. Die junge Frau aus dem norwegischen Nordre Kjølen maß gerade einmal 150 cm bei einem geschätzten Gewicht von max. 40 kg. Damit war sie über 20 cm kleiner und etwa 30 kg leichter als der durchschnittliche Mann der Wikingerzeit. Meiner persönlichen Kampferfahrung als passioniertemThaiboxer und langjährigem Reenactment-Fechter nach wäre diese zarte Person in einem ernsthaften Kampf schlichtweg überrannt worden (dazu habe ich hier schon geschrieben).

Ich bin sicher, dass es auch in der Wikingerzeit durchaus Frauen gab, die Männern körperlich zumindest ansatzweise ebenbürtig waren und sich aktiv (und effektiv) an einem Kampf im Schildwall hätten beteiligen können. Für die meisten Frauen schließe ich das jedoch ausgehend von den deutlichen körperlichen Unterschieden und meiner eigenen Erfahrung in fast 30 Jahren Kampfsport aus.

Die spannenden neuen Ergebnisse zu den Gräbern von Birka und Nordre Kjølen, die von meinem Kollegen und guten Freund Leszek Gardeła gesammelten Frauengräber mit Waffen oder auch die Miniaturwaffenamulette aus Frauengräbern, die Leszek und ich in einem Artikel in der Archäologie in Deutschland diskutieren, zeigen eindeutig, dass unser bisheriges Wissen von Frauen in der Wikingerzeit unvollständig ist. Offensichtlich waren Waffen nicht ausschließlich männliche Attribute, sondern konnten als Symbole auch für (nicht 'von'!) Frauen verwendet werden. Die tatsächliche symbolische Bedeutung von (Miniatur-)Waffen in Frauengräbern kennen wir jedoch noch nicht und alle Mutmaßungen sind bislang eben nicht mehr als Spekulation. Ganz eindeutig sind sie aber kein archäologisch sicherer Beleg für kämpfende Kriegerinnen!

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Mythen und Legenden über weibliche Kriegerinnen - die Amazonen - beflügeln bis heute unsere Phantasie und beeinflussen auch die aktuelle Diskussion um Schildmaiden und Kriegerinnen in der Wikingerzeit.

Der Mythos der Amazonen ist spätestens ab dem 6. Jh. vor Christus in griechischen Schriftquellen und auf Abbildungen überliefert und scheint auf eine Gruppe von reiternomadischen Völkern der Antike zurückzuführen zu sein, die als Skythen bekannt sind. Anthropologische Untersuchungen der letzten Jahre haben zunehmend reiche Bestattungen von Frauen mit Waffen, Reitausrüstung und teilweise in männlicher Tracht zu Tage gebracht. Da einige dieser Frauen auch deutliche Spuren von Gewalteinwirkung im Knochenmaterial aufzeigten, ist davon auszugehen, dass bei den Skythen auch Frauen in den Kampf zogen.

Ein besonders interessanter (Neu-)Fund ist das Grab eines jungen Individuums, das bereits 1988 in Sibirien entdeckt wurde. Aufgrund der Waffen in dem Grab nahm die Wissenschaft jahrzehntelang an, dass es sich bei dem Individuum um einen Jungen handeln würde. Neue aDNA-Analysen haben jetzt jedoch ergeben, dass es sich bei dem jungen Krieger tatsächlich um ein etwa 13 Jahre alte Mädchen handelt.

Der Fund bestätigt die neueren Theorien zu weiblichen Kriegerinnen bei den Skythen und kann möglicherweise auch neue Perspektiven für die schwelende Diskussion um Kriegerinnen in der Wikingerzeit eröffnen.

In der aktuellen Archäologie in Deutschland ist ein Artikel von Leszek Gardeła und mir erschienen, in dem wir Waffensymbole im wikinzerzeitlichen Frauenschmuck diskutieren.